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Toilettenkultur im Wandel

Lockerung von Tabus: Bad- & Toilettenkultur wird vielfältiger.

Um herauszufinden, welche kulturellen Muster den Gewohnheiten im Umgang mit dem Körper zugrunde liegen, setzt sich die Trendstudie zunächst mit Tabus der Vergangenheit und der Rolle technischer Innovationen im Bereich der Hygiene auseinander. Ein Blick auf das Beispiel der Geschichte des Toilettenpapiers macht deutlich, dass Innovation allein die Gewohnheiten der Menschen nicht ändert. Auch die sozio-kulturellen Bedingungen müssen stimmen, damit sich eine neue Technik, und sei es nur die Rolle Klopapier, durchsetzen kann. So war es selbst 30 Jahre nach der Erfindung des Toilettenpapiers (1928 durch die Firma Hakle) noch schwierig, eine Rolle zu kaufen und zu verkaufen, weil bereits die Frage nach dem Hygieneartikel im Geschäft als unschicklich galt. Andersherum betrachtet hat es eine Innovation leicht von den Menschen angenommen zu werden, wenn die Zeit reif dafür ist, wenn sie also den aktuellen Bedürfnissen entspricht und ihre Einführung nicht durch Tabus behindert wird.


Die Trendstudie zeigt deutlich, dass Tabus überwunden werden können. Gerade die Tabuisierung von Hygiene und Sexualität - beides geht, so weist die historische Betrachtung nach, Hand in Hand - wird in der heutigen Gesellschaft immer weiter aufgehoben, was in eine freizügigere, vielfältigere und individuellere Bad- und Toilettenkultur mündet.

So stört es laut einer Studie des Marktforschungs- unternehmens GfK unter 1200 verheirateten oder in Partnerschaft lebenden Personen rund die Hälfte (57 Prozent) nicht, wenn der Partner beim „großen oder kleinen Geschäft“ dabei ist.


Trendstudie Chart 1: Vom Sprachhäusel zum stillen Örtchen

Die Baden-Württemberger zeigen sich mit 75 Prozent am tolerantesten, während in Bayern nur 45 Prozent die Zweisamkeit beim Toilettengang schätzen. Auch wenn dieses Ergebnis Ausdruck eines entspannteren Verhältnisses hinsichtlich Intimität und Hygiene ist, darf es nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Großteil seine Ruhe auf der Toilette haben möchte. Zwischen "es stört mich nicht" und "das wünsche ich mir" liegt ein großer Unterschied. So stimmen in unserer eigenen Erhebung 72 Prozent der Aussage zu "auf der Toilette will ich absolute Ruhe" und 55 Prozent unterschreiben: "Mein Bad ist für mich ein privater Rückzugsort, wo ich für mich allein sein kann und meine Ruhe habe." Diese Aussagen sollte man jedoch nicht als Ausdruck von Scham begreifen, sondern als Folge des wachsenden Bedürfnisses nach Entschleunigung und Ruhe in einer hektischen Zeit.