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Geberit Deutschland

Sicher dabei! 2018

Unterlagen und mehr

Vorträge und Informationen

Hier stellen wir Ihnen alle Vorträge und nützliche Infos aus unserer Veranstaltungsreihe zum Download bereit:

Vortrag zur Veranstaltungsreihe Sicher dabei! 2018
Dialog - Moderation und Geberit Experten
Zusammenfassung und Fazit - Geberit Verkaufsleiter

Interview mit Baurechtsexperte und Rechtsanwalt Thomas Herrig

Häufig gestellte Fragen

1. Frage: Wie oft muss der Auftraggeber zur Abnahme aufgefordert werden?

Wenn Sie es richtig machen nur einmal. Und zwar auf der Basis von §640 Abs.2 neues BGB. Achten Sie bitte auf den Zugang Ihrer Abnahmeaufforderung.

2. Frage: Ab wann gilt bei Verweigerung eines Termins die Leistung als automatisch abgenommen?

Wenn der Auftraggeber die Abnahme verweigert, dann fordern Sie ihn zur gemeinsamen Zustandsfeststellung auf; außerdem zur Erstellung des gemeinsamen Aufmaßes. Fordern Sie zudem weiter zur Abnahme auf.

3. Frage: Ist das neue Baurecht auch bindend für im Bau befindliche Bauvorhaben?

Das neue Baurecht gilt nur für Bauverträge, die nach dem 01.01.2018 abgeschossen wurden. Davor gilt das alte BGB und wird auf diese Verträge auch weiter angewendet.

4. Frage: Besteht das neue Planerrecht auf Teilabnahmen nur für neue Verträge oder auch für Altverträge?

Die Sonderregelung für Planer hinsichtlich der Teilabnahme gilt erst für Verträge, die ab dem 01.01.2018 abgeschlossen wurden. Für Altverträge gilt die bisherige Rechtsprechung des BGH.

5. Frage: Es wurde gesagt, dass die Planer für die Auslegung ihrer Rohre beim örtlichen Versorger eine Wasserprobe anfordern sollte und dann danach das Rohrsystem aussuchen sollte. Muss ich als ausführende Firma dann im Rahmen meiner Prüfpflicht bei ihm anfordern und auch noch prüfen?

Der Installateur ist aufgrund des mit dem jeweiligen Versorger abgeschlossenen Intallateurvertrages verpflichtet zu prüfen, ob das zu verwendende Rohrmaterial in dem vom Versorger gelieferten Trinkwasser einsatzfähig ist. Er ist außerdem aufgrund der werkvertraglichen Prüfungspflichten (§4 Abs.3 VOB/B und VOB/C, DIN 18381) verpflichtet, diese Prüfung selbst vorzunehmen. Unterlässt er das und meldet etwaige Bedenken nicht an, dann haftet er – unter Umständen neben dem Planer – im Falle von damit in Verbindung stehenden Mängeln der Trinkwasserinstallation.

1. Frage. Bei dem von Ihnen gezeigten Beispiel zur „neuen Warmwasserführung“, ist die Rohranbindung an die Duschaufputzarmatur mit 10 cm gekennzeichnet. Gibt es generelle normative Anforderungen für das Durchschleifen der Warmwasserleitungen an z.B Duscharmaturen? In der Praxis führt das Durchschleifen zur Erwärmung des Kaltwassers in kürzester Zeit.

Das Durchschleifen ist keine generelle Anforderung. Bei bestimmungsgemäßem Betrieb einer Trinkwasser-Installation, also regelmäßiger Wasseraustausch an den Entnahmestellen, sind auch andere Verrohrungsarten einsetzbar. Das Durchschleifen hilft lediglich, das Stagnationspotenzial in selten genutzten Einzelzuleitungen zu minimieren. Zur Beantwortung dieser Frage müssen verschiedene Fälle unterschieden werden.

  • Dusche im Wohnungsbau, Stockwerksinstallation mit Wasserzähler
    Dieser Installationsfall bedingt, dass aufgrund des Stockwerkswasserzählers keine Warmwasserzirkulation in die Nutzungseinheit geführt werden kann und das Leitungsvolumen PWH im Stockwerk pro Fließweg unter 3 Liter bleiben muss. Hier empfiehlt es sich, den Anschluss zur Duscharmatur durchzuschleifen und als letzten Verbraucher die am häufigsten genutzte Entnahmestelle anzuschließen – in der Regel den Waschtisch. Da die Warmwasserstockwerksleitung in diesem Fall nicht permanent auf Temperatur gehalten wird, ist eine Erwärmung der Kaltwasserseite über die Duscharmatur zu vernachlässigen.
  • Installation mit Warmwasserzirkulation in der Nutzungseinheit
    Diesen Installationsfall finden wir vor, wenn keine Stockwerkswasserzähler eingebaut sind oder das Leitungsvolumen PWH im Stockwerk 3 Liter pro Fließweg überschreitet. (z.B. in öffentlichen Einrichtungen). In diesem Fall kann es bei einer durchgeschleiften Leitungsführung PWH zu einer unzulässigen Erwärmung der Kaltwasserseite über die Duscharmatur oder deren Armaturenanschlussplatte kommen. Deshalb ist in diesem Fall eine thermische Trennung zwischen temperierter Zirkulationsleitung und Anschlusspunkt Duscharmatur in Form einer vertikalen Distanzstrecke von ca. 10 cm vorzusehen.
2. Frage: Es wurde gesagt, dass die Planer für die Auslegung Ihrer Rohrleitungen bei dem örtlichen Wasserversorger eine Trinkwasseranalyse anfordern und das Rohrleitungssystem danach aussuchen sollten. Muss ich als ausführende Firma im Rahmen meiner Prüfpflicht ebenfalls eine Trinkwasseranalyse anfordern und dies prüfen?

Sowohl der Planende als auch der Ausführende muss sicherstellen, dass die von ihm gewählten Werkstoffe für Rohre und Bauteile für die jeweilige Trinkwasserbeschaffenheit geeignet sind. Nicht alle für Trinkwasser-Installationen zugelassenen Werkstoffe sind für alle Trinkwässer nach Trinkwasserverordnung geeignet. Beispielsweise unterliegt Kupfer sehr engen Einsatzgrenzen, während Edelstahlsysteme oder Verbundrohrsysteme mit Rotgussfittings bedenkenlos für alle Trinkwässer nach TrinkwV verwendet werden können. Für Kupfer müssen zusätzlich die Anforderungen der DIN 50930-6 erfüllt werden. Demnach kann Kupfer nur dann eingesetzt werden, wenn

  • der pH-Wert des Trinkwassers ≥ pH 7,4 ist oder
  • oder pH-Wert des Trinkwassers im Bereich 7,0 ≤ pH < 7,4 liegt und zusätzlich der TOC-Wert 1,5 mg/l nicht übersteigt.

Bei der Auswahl von Werkstoffen müssen örtliche Erfahrungen, die gegebenenfalls beim Wasserversorgungsunternehmen, den örtlichen Installationsunternehmen oder beim Rohrhersteller vorhanden sind, einbezogen werden. Da grundsätzlich davon auszugehen ist, dass in einer Trinkwasser-Installation immer Bauteile aus unterschiedlichen Werkstoffen eingebaut sind, können einzelne Komponenten Einsatzbeschränkungen unterliegen. Zur Auswahl der geeigneten Werkstoffe ist eine aktuelle Trinkwasseranalyse beim örtlichen Wasserversorgungsunternehmen einzuholen [DIN 1988-200].

3. Frage: Kann zukünftig auf die Dämmung der Warmwasserleitung in der Vorwand ohne Zirkulation verzichtet werden? Stichwort: schnellere Auskühlzeit. Welchen Standpunkt vertritt die Industrie?

Eine pauschale Antwort ist schwierig. Schauen wir stur auf die Regelungen in der EnEV und DIN 1988-200, so bestehen für Trinkwasserleitungen warm PWH mit einem Leitungsinhalt < 3 Liter, die nicht in den Zirkulationskreislauf einbezogen sind, keine Anforderungen an die Dämmung. Einerseits kühlt dadurch die Warmwasserleitung schneller ab und verlässt somit eher den für das Legionellenwachstum kritischen Temperaturbereich. Andererseits kann durch die Wärmeabgabe die Wärmelast auf die Kaltwasserleitung erhöht werden. Deshalb muss objekt- und nutzungsspezifisch entschieden werden, welche Maßnahmen im Gesamtpaket im Hinblick auf die Trinkwassergüte am zielführendsten sind. Es sind hierbei mehrere Einflussgrößen, wie z. B. Eingangstemperatur Kaltwasser, Nutzungshäufigkeit, Umgebungstemperaturen, Leitungsführung PWH und PWC zueinander und Leitungslängen zu berücksichtigen.

4. Frage: Welche Umgebungstemperaturen stellen sich bei der Verlegung einer Trinkwasserleitung unterhalb der Fußbodenheizung sein? Welche Mindestdämmstärke ist erforderlich?

Die Mindestdämmstärken sind in Abhängigkeit zur jeweiligen Bausituation in der EnEV und DIN 1988-200 festgelegt. Die sich für die Trinkwasserleitung einstellende Umgebungstemperatur ist in erster Linie von der Systemtemperatur der Fußbodenheizung und dem Fußbodenaufbau abhängig und kann nicht allgemeingültig angegeben werden. Grundsätzlich ist die Verlegung von Trinkwasserleitungen kalt PWC unterhalb von Fußbodenheizungen zu vermeiden, da bei längeren Stillstandszeiten aufgrund von Nichtentnahme mit Kaltwassertemperaturen über 25°C gerechnet werden muss. Wenn kein alternativer Leitungsweg für PWC gefunden werden kann, muss auf andere Weise (Konstruktion, Betriebsweise, …) sichergestellt werden, dass die Temperaturforderung für PWC nach DIN 1988-200 eingehalten werden kann.

5. Frage: Müssen heute bzw. mussten auch schon bei EnEV 2009 die Kaltwasserleitungen im unbeheizten Keller grundsätzlich gedämmt werden? Wenn ja, welche gesetzliche Grundlage war / ist dafür gegeben?

Die EnEV trifft keine Regelungen zur Dämmung von Trinkwasserleitungen kalt (PWC). Die EnEV versteht unter Kaltwasserleitungen gekühlte Kaltwassersätze für Raumlufttechnik- und Klimakältesysteme. Die Dämmschichtdicken zur Dämmung von Trinkwasserleitungen kalt PWC sind in DIN 1988-200 geregelt. Demnach müssen freiverlegte Rohrleitungen in nicht beheizten Räumen mit Umgebungstemperaturen ≤ 20°C mit einer Dämmschichtdicke von 9 mm bei l = 0,040 W/(m K) gedämmt werden.

1. Frage: Vom seitens der Guss Industrie, wird über den nicht mehr erlaubten Einsatz von im Brandfall abtropfenden Material gesprochen. Was ist mit dem Brandverlauf von oben nach unten?

Wichtig ist, was das deutsche Bauordnungsrecht vorschreibt und zulässt und nicht, was sich gewisse Herstellerfirmen wünschen, damit sie sich mit der Konkurrenz nicht so schwertun.

Das deutsche Bauordnungsrecht gibt vor, was zu tun ist. Durch die neue MBO 2016 und die MVV TB hat sich im Bereich der Sanitärinstallation nichts geändert. Weder gibt es neue Prüfvorschriften für die zu verwendenden Baustoffe, noch für Rohrabschottungen und Installationsschächte. Alle allgemeinen An- und Verwendbarkeitsnachweise (abP und abZ) gelten weiterhin. Für Bauarten (z.B. Rohrabschottungen) werden anstelle der heutigen abZ zukünftig sogenannte allgemeine Bauartgenehmigungen ausgestellt. Das ist eine rein formale Änderung, die auf den neuen Paragrafen 16a der MBO zurück zu führen ist.

Grundlegend gilt, dass Baustoffe mindestens normalentflammbar (B2 nach DIN 4102-1 oder z.B. E nach DIN EN 15501-1) sein müssen. Nach europäischer Norm gibt es 10 verschiedene zulässige Klassifizierungsarten für normalentflammbare Baustoffe. Sechs davon sind brennend abtropfend (siehe DIN EN 13501-1). In der MVV TB, Anhang 4 kann man die bauaufsichtlichen Anforderungen und Zuordnungen der Baustoffklassen nachlesen. Demnach sind im Bauwesen allgemein auch brennend abtropfende Baustoffe zulässig.

Die Fa. Geberit hat durch die entsprechenden Brandprüfungen nachgewiesen, dass alle von Geberit verwendeten Baustoffe im Rohrleitungsbereich mit B2 und/oder E klassifiziert sind. Das ist auch zugleich der Nachweis, dass diese Baustoffe nicht brennend abtropfend sind. Ansonsten müssten die Klassifizierungen lauten: „B2, brennend abtropfend“ oder im europäischen Sinn z.B. „ E-d2“.

Der Brandverlauf von oben nach unten im Bereich der Rohrabschottungen stellt in der Praxis kein Problem dar. Daher beziehen sich die Prüfanforderungen für Rohrummantelungen und Rohrabschottungen in der DIN 4102-11 immer auf die Beflammung der Deckenunterseite als ungünstigsten Fall (à Brandübertragung von unten nach oben).

Für Sie als Planer/Installateur sind die entsprechenden bauaufsichtlichen Verwendbarkeitsnachweise (abP, abZ und aBG) wichtig und ausschlaggebend, so dass wir Ihnen empfehlen, auf Nummer sicher zu gehen, indem Sie sich immer auf diese Fakten stützen.