Klein und besonders fein So werden winzige Bäder zum Raumwunder

Geberit ONE Waschtisch für mehr Platz im Bad

Das kleine Haus aus den vierziger Jahren oder die Altbau-Wohnung in Hamburg: Es sind die Bewohner der verschiedensten Objekte, die alle mit dem einen Problem kämpfen: Das Bad ist zu klein. 85 Prozent der Deutschen leiden laut einer Forsa-Erhebung für die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) darunter, dass sie zu wenig Platz im Bad haben. Die durchschnittliche Größe eines Bades mit WC ist zwar leicht auf 9,1 Quadratmeter gestiegen (2006: 7,8 qm) doch mit 21 Prozent sind immerhin 8,9 Millionen deutsche Badezimmer kleiner als sechs Quadratmeter. Clemens Krebs überrascht das nicht. Im Gegenteil: Bäder mit mehr als sieben Quadratmetern richtet er selten ein, bei drei bis sechs Quadratmetern ist sein Ehrgeiz gepackt, kreativ die bestmögliche Lösung zu finden. Seit 2018 führt er das Unternehmen Badraumwunder in Wiesbaden, das sich ausschließlich darauf fokussiert, kleine Bäder zu wahren Raumwundern umzubauen. Er hat dabei geholfen, die acht wichtigsten Tipps zu sammeln, wie auch aus dem kleinsten Raum eine luftige Wohlfühloase wird.

Zwei Badezimmergrundrisse im Vergleich

1. Den Boden freihalten

Da eine tatsächliche Vergrößerung des Raums in den meisten Fällen nicht möglich ist, muss die Gestaltung des kleinen Bades so erfolgen, dass gefühlt mehr Platz zur Verfügung steht. Das ist durch eine durchdachte Anordnung der Elemente zu erreichen, aber vor allem auch durch Bodenfreiheit. „Wenn sämtliche Objekte wie Waschtisch, Schränke und WC wandhängend angebracht werden, wirkt der Raum größer“, sagt Clemens Krebs. Wand-WCs sind also in diesem Fall deutlich besser als Stand-WCs. Der Boden sollte außerdem nicht unterbrochen werden: Trennmauern, undurchsichtige Duschabtrennungen, Vorwände und Stufen haben auch eine verkleinernde Wirkung.

Bodenebene Dusche ohne Schwellen

2. Ebenerdige Dusche einbauen

Duschen ohne Schwelle oder Duschwannen sind längst in Mode, nicht nur für barrierefreie Wohnungen. Auch für das kleine Bad können sie besonders nützlich sein. „Durch wegklappbare Glastüren kann der Platz in der restlichen Zeit für mehr Bewegungsfreiheit genutzt werden“, sagt Clemens Krebs. Der Eindruck der vergrößerten Bodenfläche wird noch verstärkt, wenn der Duschbereich mit den gleichen Fliesen wie der Rest des Bades ausgestattet ist. Hier muss besonders auf rutschsichere Fliesen geachtet werden. Platzsparende Viertelkreis- oder Fünfeckduschen setzt Clemens Krebs selten ein: Um optimale Wasserdichte zu erhalten, wird hier eine Duschwanne benötigt, die als Fremdkörper wiederum optisch verkleinert.

Kleines Bad mit Fliesen in Betonoptik

3. Farbe bekennen

Auch für kleine Bäder sind gerade moderne dunkle Bodenfliesen im Trend. „Wir arbeiten oft mit Fliesen in Betonoptik oder Anthrazitfarben mit warmen Brauntönen“, sagt Clemens Krebs. Der Trick ist, nach oben heller zu werden, denn dunkle Wand- und Deckenflächen haben eine raumverkleinernde Wirkung.

4. Bei den Fliesen groß denken

Sowohl am Boden als auch an der Wand eignen sich im kleinen Bad vor allem große Fliesen. „Es gibt durchaus die Möglichkeit, 1 x 3 Meter große Fliesenplatten zu verwenden, mit oft nur einer Silikonfuge. So erreicht man eine homogene Boden- oder Wandgestaltung, die den Raum größer macht und optisch ein Hingucker ist“, sagt Clemens Krebs. Auch 1,20 x 1,20 Meter große Fliesen können eine ruhige Wirkung haben. Kleine oder gar Mosaikfliesen stiften durch zahlreiche Fugen optische Unruhe und das Bad wirkt voll. Ganz wichtig ist außerdem, nicht jede Wand bis zur Decke zu verfliesen, sondern ab einer gewissen Höhe z.B. Dekorputz oder Tapete zu verwenden – dann wirkt das Bad automatisch größer.

Geberit ONE Spiegelschrank mit verspiegelten Innentüren

5. Spiegel einsetzen

„Je größer der Spiegel ist, desto größer wirkt das Bad. Wenn sich WC und Waschtisch nebeneinander befinden, ziehen wir meistens den Spiegel über die komplette Breite der Wand“, sagt Clemens Krebs. Spiegel sind auch gut in Kombination mit Licht einsetzbar. So können Leuchten im Spiegel integriert werden oder der Spiegel selbst wird hinterleuchtet – für eine großzügige optische Wirkung.

6. Das Bad erleuchten

Es gilt: Viel Licht, viel Bad. Hellstrahlende Lichtquellen lassen den Raum größer wirken. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Umlaufende LED-Stripes oder hinterleuchtetes Glas sind als indirekte Beleuchtung ebenso zu integrieren wie eine zusätzliche starke Deckenbeleuchtung, um den Raum im Bedarfsfall gut auszuleuchten. „Wenn es eine Vorwand für Unterputz-Armaturen gibt, kann man diesen Raum nutzen, um eine Wandnische einzubauen, die als Abstellfläche dient und mit wasserdichten Spots beleuchtet werden kann“, sagt Clemens Krebs. Das schafft zusätzlichen Raum.

7. Türanschlag verändern

Wenn Badtüren nach innen aufgehen, ist das vor allem bei kleinen Bädern sehr unpraktisch. Alles, was ungewollt auf dem Boden liegt, kann die Tür blockieren und auch die eigene Bewegungsfreiheit ist massiv eingeschränkt, wenn man die Tür hinter sich schließen will. Falls die räumlichen Gegebenheiten es erlauben, kann der Türanschlag verändert werden, so dass die Badtür nach außen aufgeht. Zusätzlich ergibt sich dadurch ein Platzgewinn im Bad.

8. Wellness

Auch im kleinsten Bad muss man nicht auf Luxus und Wohlfühlatmosphäre verzichten. Neben dem Dusch-WC können zum Beispiel auch in die Dusche Dampfanwendungen und Infrarotkabinen eingebaut werden, ohne zusätzlichen Platz dafür investieren zu müssen. Bei Dampfduschen erzeugt ein Dampfgenerator einen rund 50° C heißen Dampf in der Duschkabine, der wohltuend für die Haut und die Atemwege ist. Regenbrause, Farblichtwechsler und mit Bluetooth gesteuerte Lautsprecher können zusätzlich eingebaut werden. „Heute ist das Bad ja viel mehr als eine Nasszelle. Viele verbringen mehr Zeit im Bad als im Auto und dafür gibt man ja auch eine ganze Menge Geld aus“, sagt Clemens Krebs.

Clemens Krebs – Diplom-Ingenieur und Inhaber des Badstudios „Badraumwunder“ in Wiesbaden

Clemens Krebs ist Diplom-Ingenieur und Inhaber des Badstudios „Badraumwunder“ in Wiesbaden. 2018 übernahm er das Unternehmen von Gründer Reinhold Henninger. Seit 1994 ist so gesammeltes Expertenwissen für das Spezialgebiet von „Badraumwunder“ entstanden: Konzepte für Bäder in der Größe von drei bis sieben Quadratmeter.

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