Vorfertigung in Werkstatt und Werk
Unkomplizierte Montage, schnellere Arbeitsabläufe, höhere Wirtschaftlichkeit – Architekten profitieren bei der Planung von der langen Tradition handwerklicher und industrieller Vorfertigung. Geberit bietet gleich mehrere Varianten für Installationssysteme.

Ablängen des Profils

Tragsystem auf dem Arbeitstisch zusammenfügen

Montage der Leitungen für Trinkwasser und Abwasser

Transport der handwerklich vorgefertigten GIS Register auf die Baustelle
Was einst nur als schnelle „Notlösung“ gedacht war, ist heute aus der Welt der Sanitärtechnik nicht mehr wegzudenken. Schritt für Schritt wurde die sogenannte Vorfertigung weiterentwickelt. Der Begriff hat eine lange Tradition: ursprünglich kommt er aus dem Bauwesen, wo er als fabrik- oder serienmäßige Produktion von Bauteilen definiert wurde. Diese wurden und werden auf der Baustelle wie ein Mosaik zusammengeführt: Betonfertigteile für Decken und Wände, Bauteile für Fertighäuser oder komplette Bäder, die mit einem Kran nur noch ins Gebäude gehievt werden sind nur einige Beispiele aus der Welt der Möglichkeiten.
In der Sanierung oder Modernisierung und im Neubau großer Wohngebäude erlangen Architekten durch sie höhere Planungssicherheit. Je mehr baugleichen Sanitärräume, umso wirtschaftlicher wird die industrielle Vorfertigung, auch im Neubau. Schon ab fünf identischen Grundrissen lohnt sich dieses Konzept.

Lange Bautradition
Das Wissen über den praktischen Nutzen dieser Möglichkeiten reicht bis in die Zeiten nach dem Mauerfall zurück. Die weit verbreiteten Plattenbauten in den neuen Bundesländern wurden in großer Zahl mit vorgefertigten Installationsregistern saniert. Die Technik bildete die Basis für alle folgenden Entwicklungsschritte der industriellen Vorfertigung mit Installationssystemen. Mehrere Hersteller boten damals eine Lösung an, darunter die Firma Pretec, Vorläufer der Geberit Lichtenstein GmbH (Sachsen). Die Grundkonstruktion bestand aus einer stabilen, selbsttragenden und maßgenau angefertigten Rahmenkonstruktion in Trockenbauweise.
Im einbaufertigen, raumhohen Trockenbauelement war die komplette Gebäudetechnik integriert. So wurden die Register je nach Anforderungsprofil mit Ver- und Entsorgungsleitungen, Armaturen und Unterputz-Spülkasten bestückt. Als Option konnten Heizungsverteiler und Revisionsöffnungen integriert werden. Der Bauablauf war standardisiert: Entkernen, Register – von unten nach oben – einbringen und befestigen, Rohrleitungen verbinden, Kalt- und Warmwasserverteilung anschließen, Brandschutzmaßnahmen durchführen, Schacht verschließen und verkleiden.

Als im Jahr 1993 GIS, das Geberit Installationssystem, auf den Markt kommt, revolutioniert es die Sanitärwelt. Es ist das erste komplette Trockenbau-Montagesystem mit einer stabilen, geprüften Grundkonstruktion für die individuelle Badgestaltung und der dazugehörenden Planungssoftware. Das Grundgerüst besteht aus dem GIS Profil, das untereinander mit handverschließbaren Profilverbindern zusammengefügt und punktuell am Bauwerk, unter anderem auch an Holzbalken, zum Beispiel in der Dachschräge, befestigt wird. Zum Systemumfang gehören die Verbinder für das Tragsystem, Quertraversen und Montageelemente für alle sanitären Einrichtungsgegenstände wie WC, Waschtisch und mehr.
Zusammen mit der einlagigen Systembeplankung entsteht eine stabile Wandkonstruktion. Die Rohrleitungen verschwinden körperschallentkoppelt in der Konstruktion und das System hat einen weiteren Vorteil: es ermöglicht eine freie Gestaltung von Sanitärräumen mit teilhohen oder raumhohen Vorwandinstallationen, Raumteilern oder frei stehenden Insellösungen und Installationen in der Dachschräge. Zum Systemumfang gehören geprüfte Brandschutzlösungen für die komplette Bauart. Das Installationssystem GIS wurde kontinuierlich weiterentwickelt und mündete in der zugelassenen Bauart Geberit Quattro für feuerwiderstandsfähige Installationsschächte und Wände als logische Entwicklung einer vorgefertigten Baueinheit mit umfassendem und vorbeugendem Brandschutz. Daneben bietet Geberit viele Möglichkeiten, um den Bauablauf durch vorgefertigte Bauteilgruppen in verschiedenen Ausprägungen zu optimieren.

Vorteile durch GIS mit handwerklicher Vorfertigung
Handwerklich vorgefertigte GIS Wände können die Wirtschaftlichkeit eines Bauvorhabens deutlich erhöhen. Ein typisches Beispiel für den Einsatz: ein Wohngebäude mit vier Wohnungen. Alle Badezimmer und Gäste-WCs haben identische Grundrisse. In diesem Fall macht handwerkliche Vorfertigung durchaus Sinn. Je nach Größe und Ausstattung kann die Vorfertigung des Installationssystems in verschiedenen Ausbaustufen – komplett mit Tragsystem, Verrohrung und Montageelementen oder in anderen Ausprägungen – in der Werkstatt oder an einem zentralen Ort auf der Baustelle erfolgen. Kleine Abweichungen auf der Baustelle werden später durch anpassungsfähige Befestigungstechnik ausgeglichen. Für diese Technik stehen spezielle Zubehörteile zur Verfügung:
Ausschubmodule aus der industriellen Vorfertigung
Die neuen Geberit Ausschubmodule eignen sich für die schnelle und einfache Erstellung von raumhohen Installationsvorwänden und -trennwänden im Objektgeschäft. Sie sind in zwei Bauhöhen erhältlich für eine Raumhöhe von 260 bis 280 Zentimeter und von 280 bis 300 Zentimeter. Sie ermöglichen einen Fußbodenaufbau bis zu 30 Zentimeter. Das Sortiment umfasst die wesentlichen Ausschubmodule für das Wand-WC mit und ohne Befestigungsmöglichkeiten für die Raumentlüftung, für Waschtische sowie Badewanne oder Dusche. Für barrierefreie Anforderungen sind Ausschubmodule mit verschiedenen Montageplatten für Stütz- und Haltegriffe vorgerüstet. Es sind selbsttragende, raumhohe Montagerahmen zum passgenauen Einbau in Trockenbauwände mit UW 50 Profil. Eine Aussteifung und Anbindung zur rückwärtigen Wand ist nicht erforderlich, was sich positiv auf den Schallschutz auswirkt. Bei der Montage werden die Ausschubmodule in das Bodenprofil des Trockenbauers eingesetzt, die ausfahrbaren Deckenbefestigungen in das Deckenprofil eingeschoben und mit dem Baukörper verschraubt. Somit trägt diese Technik nicht nur zu einer einfachen Montage, sondern auch zu einem schnellen Baufortschritt bei. Zudem bietet sie genügend Flexibilität, um Anpassungen an die Bausituation in der Höhe und Anordnung der Sanitärausstattungsgegenstände vor Ort vorzunehmen. Nach der Montage in der Trockenbauwand werden die Ausschubmodule an die Verrohrung angeschlossen.
Tragsystem inklusive aller Montageelemente – mit Teilverrohrung, ohne Verrohrung
Diese Ausbaustufe ist eine Option, wenn der SHK-Betrieb in der Installationstechnik auf Geberit setzt, die Verrohrung aber auf der Baustelle vornehmen will. Das Tragsystem wird durch die Geberit Außendienstmitarbeiter und der anschließenden Fertigungsfreigabe durch den Installateur just-in-time auf die Baustelle geliefert. Bei der Ausstattung von Rohrleitungen gibt es viele Möglichkeiten, etwa mit allen Versorgungsleitungen aber ohne Abwasserleitungen und umgekehrt. Oder nur die stockwerksübergreifenden Leitungen ohne Anschlussleitungen und umgekehrt.
Auch als komplett industriell vorgefertigtes System
Größere Bauprojekte wie Geschosswohnungsbau, Hochhäuser und Hotels, also dort, wo Einzellösungen nicht mehr wirtschaftlich sind, profitieren von GIS als komplett vorgefertigte Installationswand. Geringe Kapitalbindung, kurze Bauzeiten und zertifizierte Systemqualität machen den Erfolg planbar.
Brandschutzlösungen mit Geberit Quattro
Mit der Zusammenführung von Sanitär-, Heizungs-, Abwasser-, Elektro- und Lüftungsleitungen, Tragsystem und der Systembeplankung erfüllt Geberit Quattro grundlegende Forderungen heutiger Bauaufgaben. Darunter bauordnungsrechtliche Grundanforderungen an Brandschutz, Schallschutz, Feuchtigkeitsschutz und Statik.
Die Möglichkeiten der industriellen Vorfertigung sind so facettenreich wie ein Mosaik in der Badarmatur. Die ausgeklügelte Technik, die einst den Plattenbau zum Leben erweckt hat, entwickelt sich derweil ständig weiter.
Was einmal als quasi schnelle „Notlösung“ entwickelt wurde, ist heute aus der Welt der Sanitärtechnik nicht mehr wegzudenken. Schritt für Schritt wurde die Vorfertigung weiterentwickelt. Sie vereint viele Vorteile und ist unter allen Gesichtspunkten eine gute Option, wenn Installationswände und -schächte baugleich in größerer Stückzahl angefertigt werden sollen. Je nach Anforderung oder Ausschreibung kann unter mehreren Varianten für vorgefertigte Installationssysteme im Trockenbau ausgewählt werden. Ob im Neubau oder in der Modernisierung von Wohnblocks, speziell im bewohnten Zustand, führt kein Weg an der industriellen Vorfertigung vorbei.

Bei dem vorgefertigten Quattro Installationsschacht gibt der Hersteller seine Übereinstimmungserklärung, durch die in Anwendbarkeitsnachweisen abgesicherte industrielle Vorfertigung ab. Auch der Einbauort wird vorgegeben.

Versandfertig auf die Palette gepackt werden die industriell vorgefertigten GIS Tragsysteme just-in-time auf die Baustelle geliefert.
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